Die Arthroskopie im Kindesalter zur Diagnose und Therapie von Knieverletzungen

Die Diagnose einer Knieverletzung ist bei intraartikulärem Erguß auch für den erfahrenen Untersucher schwierig. Insbesondere bildet sie häufig aufgrund von schmerzhafter Abwehrreaktion und mangelnder Kompliance bei Kindern ein Problem.Aus diesem Grund führen wir bei klinisch ungeklärtem kindlichen Hämarthros eine Arthroskopie durch.

Wir haben uns die Frage gestellt, in wie weit die klinische Diagnostik verläßlich war, ob jeder kindliche Hämarthros Indikation zur Arthroskopie ist, wie die Ergebnisse der arthroskopischen Operation sind, und welchen Wert die Arthroskopie für den Patienten hat.

Retrospektiv untersuchten wir klinisch und radiologisch.Beurteilt wurde die Sportaktivität nach dem Teger Score und die Gelenksfunktion nach dem Lysholm Score.

Von 1988 bis 1991 wurden 53 Arthroskopieen bei Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren durchgeführt. Der Spitalsaufenthalt dauerte im Mittel 6 Tage,der Nachuntersuchungszeitraum umfaßte 26 Monate.

37 Kinder wurden in der 1. Woche nach Trauma arthroskopiert, 11 nach 2 bis 4 Woche, 5 bis zur 52. Woche.

An Unfallursachen dominierte die Verletzung beim Fußballspiel vor dem Alpinschilauf und Radfahren. Rotationstraumen standen deutlich im Vordergrund.

Verletzungen des vorderen Kreuzbandes fanden sich 26 mal, davon 11 intraligamentäre, 9 totale und 6 knöcherne Rupturen. Zusätzlich zeigten sich 16 Meniskusverletzungen im Verhältins 11 zu 5.

Dorsomediale Kapselläsionen fanden sich 5 mal, das mediale Seitenband war 4 mal betroffen. Isolierte Läsionen des hinteren Kreuzbandes sahen wir 2 mal, flakes nach Patellaluxation 5 mal.

In 33 Fällen wurden arthroskopische Operationen durchgeführt, hier in erster Linie partielle Meniscektomien. 4 mal wurden Meniskusnähtedurchgeführt, 3 mal Eminentiaausrisse refixiert.

In 9 Fällen wurde arthrotomiert, wobei in 3 mal Eminentiaausrisse, 2 mal Popliteussehnenrisse und 1 osteochondraler flake offen refixiert wurden .

Die von uns versorgten ligamentären Verletzungen des vorderen Kreuzbandes teilen sich in 11 subsynoviale und 9 totale Rupturen auf. Alle konnten nachuntersucht werden.

Von den 11 subsynovialen Rupturen wiesen 8 bei der intraoperativen Untersuchung eine Instabilität von +Lachmann auf, 3 waren stabil.Postoperativ wurden die Patienten mit OSG für 6 Wochen versorgt.Bei der Nachuntersuchung waren von 8 instabilen 7 stabil geworden, lediglich 1 Patient war subjektiv und objektiv instabil geblieben. Die 3 primär stabilen Patienten hatten einen unveränderten Befund.

Die Patienten mit totaler Kreuzbandruptur zeigten bei der Narkoseuntersuchung ++ Lachmann Instabilität. Auch sie waren mit OSG für 6 Wochen postoperativ versorgt worden.Bei der Nach untersuchung hatte sich objektiv von Seiten der Stabilität keine Änderung ergeben, subjektiv geben jedoch nur 6 Instabilitätsphänomene an.

Die Beurteilung der sportlichen Aktivität wurde nach dem Tegen Score vorgenommen. 43 Patienten hatten einen Score von 6 aufwärts.

Die Gelenksbeurteilung erfolgte nach dem Lysholm Score, hier erreichten 39 Patienten bis zu 100 Punkten.

Eine Übereinstimmung der primär klinischen Diagnose mit der arthroskopischen ergab sich in 8 Fällen. 22 mal wurde die primäre Diagnose erweitert, 23 mal wurde eine arthroskopische Diagnose gestellt.

Konklusion: Die Arthroskopie ist auch bei kindlichem Hämarthros absolut indiziert.
Eine Versorgung des vorderen Kreuzbandes ist anzustreben.
Eine Meniskusnaht sollte obligat erfolgen.
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