Postoperative PT nach arthroskopischer Rotatorenmanschettenrekonstruktion - Stand der Wissenschaft

Hintergrund

Eine Rotatorenmanschettenruptur kann durch viele Auslöser verursacht werden und tritt häufig in älteren Lebensjahren auf. Man unterscheidet eine degenerativ bedingte Ruptur von einer traumatischen. Die häufigste operative Versorgung ist eine arthroskopische Rotatorenmanschettenrekonstruktion (RMR). Nach dieser Operation ist eine intensive Physiotherapie indiziert. Hierbei gibt es heutzutage unterschiedliche Expertenmeinungen, weshalb die Rehabilitation je nach Standort und Patient/Patientin variiert.
Um nach einer RMR eine volle Funktionsfähigkeit der betroffenen Schulter wiederherzustellen, muss postoperativ intensive Physiotherapie durchgeführt werden.

Da es eine Vielzahl von Operationsmöglichkeiten gibt, hängt die Art der Operation von unterschiedlichsten Faktoren ab. So ist z.B. der Durchmesser der Sehne oder auf welcher Breite der Sehne der Schaden vorliegt entscheidend, welches operative Verfahren man anwendet. Die arthroskopische Behandlung erzielte in den vergangen Jahren einen enormen Fortschritt und stellt heutzutage die bevorzugte Methode dar.
Nicht jede Rotatorenmanschettenruptur muss operativ versorgt werden. Ein chirurgischer Eingriff ist bei größeren Defekten oder Massenrupturen nach einem Trauma meist initiiert. Aber auch wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden und diese nicht zum gewünschten Ergebnis führen, ist eine Operation unumgänglich.

Rehabilitation

Nach dem chirurgischen Eingriff wird der Arm je nach eventuellen zusätzlichen Verletzungen im Schultergelenk für vier bis sechs Wochen in einem Abduktionskissen gelagert. Anschließend darf in diesem Zeitraum mit Hilfe von Physiotherapie lediglich mit passiven Bewegungsübungen begonnen werden. Danach soll der Arm aktiv bewegt werden, wobei körperliche Überkopfaktivitäten erst nach sechs bis zwölf Monaten erlaubt sind.
Die Stabilität der rekonstruierten Sehne ist auch nach einigen Monaten noch nicht endgültig gewährleistet. Daher kann durch stärkere Belastung eine Re-Ruptur der Sehne folgen. Deshalb kann ein erneuter Eingriff notwendig sein. Je nach der ursprünglichen Rupturgröße beträgt die Re-Ruptur Rate etwa 10-50%, wobei diese nicht immer Beschwerden verursachen muss. In manchen Fällen, etwa bei 4% der Betroffenen, kann es möglich sein, dass sich eine sog. Schultersteife („Frozen Shoulder“) entwickelt.

Ergebnisse

Obwohl die Rehabilitationprotokolle meist auf Expertenmeinungen und weniger auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhen, weicht die postoperative Therapie in den wenigsten Studien voneinander ab.
In den ersten vier bis fünf Wochen nach einer arthroskopischen RMR sollte der/die Betroffene den Arm in einem Abduktionskissen lagern. Außerdem sollten lediglich passiven Bewegungsübungen innerhalb der Schmerzgrenze durchgeführt werden. Zusätzlich kann mit physikalischen Maßnahmen wie z. B. Cryotherapie oder Gelenksmobilisatiionen gearbeitet werden, um Schmerzen zu lindern und eventuelle Sekundärschäden (Muskelverspannungen, Muskelatrophien, etc.) zu vermeiden. In allen bisherigen Studien wurde vor allem darauf geachtet, dass nicht nur das beschädigte Schultergelenk alleine behandelt wird, sondern auch angrenzende Gelenke.
Ab der ca. achten Woche postoperativ sollte mit Kräftigungsübungen begonnen werden. Diese werden individuell den Patienten/ Patientinnen nach Intensität und Dauer angepasst. Sportliche Aktivitäten sind in den meisten Studien ab der zwölften bis 16. postoperativen Woche erlaubt. In anderen Studien durften die Patienten/ Patientinnen sechs Monate nach der Operation keinen Sport betreiben, um das reparierte Gewebe nicht zu schädigen.

Konklusion

Generell lässt sich sagen, dass es durch das Vorhandensein vieler Studien zum Thema der Rotatorenmanschettenruptur schwierig ist, ein einheitliches Konzept bezüglich der Nachbehandlung zu finden. Die größte Problematik ist die, dass bisherige Rehabilitationsprotokolle generell sehr variabel sind und meist auf klinischer Erfahrung und Expertenmeinungen aufgebaut sind. Die wohl wichtigste Voraussetzung für eine optimale Genesung stellt wohl die enge bzw. gute Zusammenarbeit zwischen Ärzte/ Ärztinnen, Physio- therapeuten/ Physiotherapeutinnen und den Patienten/ Patientinnen dar. Eine gute Compliance schafft hierfür den Grundbaustein und ist generell in jeder Rehabilitation von essentieller Bedeutung.

Nina Hocheneder

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