Rotatorenmanschetten-News

Der heutige Beitrag befasst sich von ärztlicher und physiotherapeutischer Seite mit Behandlung der Rotatorenmanschettenrisse bzw. Defekte.
Noch vor so kurzer Zeit wie 20 Jahren wurden die einzelnen Strukturen der Schulter und Schulterschmerzen unter dem Sammelbegriff „Periarthritis humeroscapularis“ zusammengefasst. Die Bedeutung, Wirkung und Pathologie der einzelnen Strukturen von den Ärzten wurden damals erst erforscht.

Ich selbst habe 1989 begonnen mit Prof. Dr. Reschauer im AKh Linz Schulterarthroskopien eigenständig durchzuführen. Zuerst waren es frische Schulterluxationen die untersucht wurden und aus den Ergebnissen der Arthroskopie wollte man Operationsnotwendigkeit ableiten bzw. entstehende Läsionen festhalten.

Im Lauf der Jahre hat sich, durch Einführung des MRT, die Notwendigkeit arthroskopischer diagnostischer Untersuchungen der Schulter erübrigt. Es wurden neue Krankheits- und Verletzungsmuster, wie z.B. SLAP-Läsionen (Steven Snyder) entdeckt. Auch die Bedeutung der langen Bizepssehne in ihrem intraartikulären Verlauf wurde besser bekannt.
Sind Verkalkungen im Röntgen oft leicht zu erkennen, so stellen Defekte im Bereich der Rotatorenmanschette einen höheren Anspruch an den Diagnostiker.

Rotatorenmanschetten wurden rekonstruiert, in allen Fällen jedoch durch Eröffnen des Gelenkes , Ablösen der Muskulatur und sehr oft mit erheblichen Weichteilschädigung und Verwachsungen oder gar Infektionen verbunden. Die Naht war dann zwar oft erfolgreich jedoch ergaben sich in der postoperativen Behandlung und im weiteren Verlauf schmerzhafte Zustände.

Wenn Rotatorenmanschettendefekte auftreten verliert die Schulter die Möglichkeit das Rotationszentrum korrekt zu erhalten. Dies ist insbesondere auch ein wichtiger Ansatz bei der Durchführung von konservativen Maßnahmen und Physiotherapie.

Durch weitere technische Entwicklungen war es möglich, einfache Rotatorenmanschettendefekte in den 90-iger Jahren mittels metallenen und dann resorbierbaren Dübeln zu stapeln. Bei einigen Patienten ist dies sehr gut gegangen, bei anderen war jedoch die Reißkraft der Sehne zu gering und das Ergebnis immer wieder nicht befriedigend.

Ziel der Operation ist die Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung. Dies gelingt durch Reinsertion der Sehnen, vollständigem Verschluss der Sehne und wenn möglich Revitalisierung der Sehne. Die Arthroskopie wurde damals so eingesetzt, dass nach der diagnostischen Arthroskopie und der Lokalisierung des Defektes kleine Zugänge gemacht wurden und die Rotatorenmanschetten offen rekonstruiert wurde.

Einen riesigen Schritt gab es dann Ende der 90-iger Jahre als man Nahtanker entwickelte und die vorher verpönten Nahttechniken zur technischen Vollendung brachte.

Aufgrund des Setzens der Nahtanker im Tuberculumbereich und der manigfachten Durchflechtungstechniken, gelang es dann die zuvor mobilisierten Sehnen an das Tuberculum zu nähen und in vielen Fällen arthroskopisch wasserdicht zu verschließen.
Insgesamt ein wirklich spannendes Gebiet im Bereich der Arthroskopie

Wichtig ist jedoch, da die Qualität der Sehne manchmal schon entsprechend gelitten hat, entsprechende Nahttechniken durchzuführen, die die Sehne nicht nur einmal als Einzelknopfnaht sondern überflechtend (double row) fixieren und damit die Ausreißkraft an der Sehnenseite deutlich erhöhen.

Zusätzlich notwendig sind Erkennen der Pathologie an der langen Bizepssehne und Behandlung mittels Tenodese bzw. Tenotomie.

Auch das Acromioclaviculargelenk darf nicht vergessen werden und ggf. arthroskopisch revidiert bzw. eine sparsame Resektion an der Clavikel durchgeführt.

Ich freue mich, meinen Patienten diese modernsten Operationsmethoden anbieten zu können und verweise auf den nächsten Artikel, nämlich der richtigen Nachbehandlung und Physikotherapie.

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